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Industriekultur und Energiezukunft

Seit Beginn der 1990er Jahre wandeln sich die einstigen ökologischen Brennpunkte zu einem touristisch einmaligen Zeugnis der Industriegeschichte – mit der bewussten Besinnung auf ihre Wurzeln. Auf der Erlebnisroute KOHLE | DAMPF | LICHT | SEEN kann man einen der größten Strukturwandel der deutschen Wirtschaft hautnah erleben. Doch das touristische Interesse richtet sich nicht nur in die Vergangenheit.

Die touristische Erlebnisroute KOHLE | DAMPF | LICHT | SEEN führt durch das einst mächtige mitteldeutsche Industrierevier. Industrielle wie Hugo Junkers und Walther Rathenau, die AGFA in Wolfen oder riesige Braunkohletagebaue haben hier deutsche Industriegeschichte geschrieben und in ihrer Glanzzeit technische Innovationen und Produkte von Weltruhm hervorgebracht. Das Braunkohlerevier versorgte einst vom Kraftwerk Zschornewitz aus Berliner Industrie mit Energie, die verarbeitende Industrie des Reviers speiste die deutsche Wirtschaft.

Entlang der industriegeschichtlichen Route sind Windenergieanlagen wie auf der "Barbarahöhe" zu sehen. Und in historischen Gebäuden wie dem Bauhaus kann man sich über die Herausforderungen der Energiewende für Architekten und Ingenieure und deren Antworten informieren.


Ferropolis zwischen Braunkohlevergangenheit und erneuerbaren Energien

Das Gelände rund um die „Stadt aus Eisen“ zeigt auf anschauliche Weise das Zusammenspiel aus Vergangenheit und Gegenwart, aus Bergbau und erneuerbaren Energien. Die Planungen und Entwicklungen des Industriedenkmals der Energieerzeugung hinsichtlich der Zukunft der Energien sind vielfältig: Auf dem jährlich stattfindenden Festival MELT! werden Möglichkeiten der Energieeinsparung im Rahmen der Green Music Initiative erforscht und erprobt. Dabei werden sowohl die Vorkette (z.B. Mobilität/Anreise im designierten Hotelzug, dem Melt!-Train) als auch der Energieverbrauch der Veranstaltung selbst untersucht. Ziel ist es, ein „Zero Emission Festival Melt!“ veranstalten zu können, also die vollständige Energieversorgung des Festivals über den Einsatz von erneuerbaren Energien.

Seit 2011 befindet sich auf den Hallen eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 210 Kilowatt Peak. Ziel ist es in Ferropolis am Standort der Braunkohle den Strom auch direkt für den Betrieb von Bühnen und Technik zu nutzen. Dazu müssen noch wirtschaftliche Stromspeicher entwickelt werden. Ferropolis gründete daher 2013 mit dem Bauhaus Dessau, dem Umweltbundesamt und vielen weiteren Partnern das Projekt Energieavantgarde Anhalt. Der daraus entstandene Energieavantgarde Anhalt e. V. ist ein Akteursnetzwerk in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, das in Kooperation mit nationalen und europäischen Partnern an dem zukunftsfähigen Umbau des Energiesystems vor Ort arbeitet. Hier wird erprobt, wie die Energiesysteme der Zukunft aussehen und welchen Nutzen sie den Menschen vor Ort bringen.
 
Führungen in Ferropolis sind an festen Terminen und auf Anfrage möglich.


Windpark auf der Hochkippe »Barbarahöhe«

Zwischen Zschornewitz und Gröbern befindet sich die "Barbarahöhe". Als im Tagebau Gröbern noch Braunkohle gefördert wurde, verkippte man den Abraum ab 1986 auf der Barbarahöhe. Somit entstand eine Abraumhalde von etwa 138 Metern Höhe, die "Barbarahöhe". Der Tagebau Gröbern versorgte vor allem die Kraftwerke Zschornewitz und Vockerode mit Braunkohle für die Erzeugung von Elektrizität.

Nach Stillegung des Tagebaus Gröbern in den 1990er Jahren entstand auf der Barbarahöhe ein Windpark mit insgesamt acht Anlagen. Die Abraumhalde bietet gute Bedingungen für die Windenergienutzung, da es das umliegende Gelände um etwa 50 Meter überragt. Zudem bietet die Barbarahöhe einen schönen Blick auf das ehemalige Braunkohlerevier.


Bauhaus Dessau - energetische Sanierung von UNESCO Weltkulturerbe

1925 zog das Bauhaus von Weimar nach Dessau, wo es bis 1933 als Kunst-, Design- und Architekturschule seine Blütezeit erlebte. In Dessau wird der Anspruch des Bauhauses nachvollziehbar und anschaulich, die moderne Gesellschaft mitzugestalten. Hier fand die Zusammenarbeit mit der Industrie – besonders den Junkers- Werken – statt; hier wurde für die Siedler- und Genossenschaftsbewegung gebaut; hier wurde mit dem Theater kooperiert; hier wurden zahlreiche öffentliche Einrichtungen von Mitgliedern des Bauhauses gestaltet; hier entstanden viele der Prototypen, mit denen das Bauhaus Designgeschichte schrieb.

Wichtige Bauhausbauten in Dessau sind das historische Bauhausgebäude, die Meisterhäuser, die Siedlung Törten, das Stahlhaus, die Laubenganghäuser, das ehemalige Arbeitsamt sowie das Kornhaus. Das Bauhausgebäude und die Meisterhäuser zählen seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die von 1926 bis 1928 von Walter Gropius gebaute Siedlung Törten im Dessauer Süden, die von Hannes Meyer geplanten Laubenganghäuser und das 1927 fertig gestellte Stahlhaus stellen herausragende Beispiele des Neuen Bauens der 1920er Jahre dar. Die Siedlung Törten war zwischen 1926 und 1928 ein Versuchslabor für den industrialisierten Wohnungsbau.

Bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten des historischen Bauhausgebäudes in den vergangenen Jahren war ein wichtiges Ziel, die denkmalpflegerischen Ansprüche des Weltkulturerbes mit den Anforderungen einer nachhaltigen Nutzung zu vereinbaren – und insbesondere die Energieeffizienz des Gebäudes zu optimieren.

In den Bauhausbauten und dem historischen Bauhausgebäude finden regelmäßig Besucherführungen statt. Sonderführung zum Thema: "Energetische Sanierung des Denkmals Bauhaus" werden angeboten, eine Anmeldung ist erwünscht.

Bild: Windpark Hochkippen bei Zschornewitz (2016) © Marit Schaller, WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg e.V.

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